Sinnfindung mitten im Alltag

Sinnfindung, genauer die Frage nach dem Sinn kann ziemlich gemein werden. Denn sie feuert unsere Unzulänglichkeitsgefühle mächtig an und hat das Talent, unsere Launensuppe gehörig zu versalzen.

Sie tritt in meiner Arbeit, zwar mit unterschiedlichen Kostümen, jedoch sehr häufig auf.

Welche Fragen ich meinen Klienten und suchenden Kollegen dann meistens stelle, habe ich in meinem >> „Arbeitstool Sinnsuche“ angeführt.

Hier in diesem Blogartikel Sinnfindung möchte ich jedoch genauer beschreiben, wie es mir damit in der Selbstanwendung ging. Vielleicht hilft es Dir ein wenig zur Inspiration und in der Anwendung für Dich selber.

Meine Sinnfindung inmitten des Alltagsstrudels

Wie so viele andere Eltern inmitten des 2. Homeschooling-Wahnsinns war ich ziemlich frustriert. Meine Kinder holten mich aus allem, was halbwegs Konzentration erforderte. So kam ich seit mehreren Monaten schon nicht mehr wirklich effektiv vorwärts und nutzte nun auch jede freie Minute zum Arbeiten. Vor lauter Erleichterung, endlich einmal Arbeitszeit haben zu dürfen.

Hiermit beging ich schon einen gravierenden Fehler. Denn ich gehöre normalerweise zu jenen Menschen, die eine gewisse Grundgemütlichkeit in sich (und auf den Hüften 🙂 ) tragen und ohne Mühe auch tausend Luftlöcher in die Luft philosophieren können. Für mich war es schon immer stressfördernd, mich meinem inneren Perfektionszensor hinzugeben, anstelle immer wieder mal zwischendrin die Träumleine zu ziehen.

Und überhaupt, was war eigentlich wirklich mit mir los?

Da hatte ich doch nach schmerzvollen langen Jahren gerade erst meinen Seelengefährten geheiratet und wir uns diese traumhafte Architektenvilla gekauft. Mehrmals täglich rief ich glücklich „danke“, wenn ich durch unser Haus ging. Ich liebte es, hier zu leben. Meine Praxis war endlich wieder mit allem eingerichtet, was ich mir in langen Jahren fachlich, methodisch und an Arbeitswerkzeugen teuer angeeignet hatte. Meine Kinder fühlten sich in ihrer neuen Schule pudelwohl und an meiner größeren Tochter war ich auch räumlich wieder näher dran.

Warum um HIMMELS WILLEN war ich so fahrig, verletzlich und gereizt?

Klar, ich gehöre nun einmal zu den temperamentvollen Bomben, die anstrengungsfrei explodieren können, wenn es ihnen zu eng wird 🙂 . Aber ich hatte doch nun absolut keinen Grund mehr. Wir führten ein Leben, von dem ich viele Jahre nicht zu träumen gewagt hätte.

Könnte es etwas mit meiner Gesundheit zu tun haben?

Hier hatte ich seit Jahren massive Probleme. War bereits innerhalb eines Jahres an 3 verschiedenen Dingen operiert worden, ein paar unklare Diagnosen schlummerten am Rande und ich bekam es einfach alles nicht in den Griff. Weder mit Eigenmotivation, noch mit Hypnose bei mehreren Kollegen, nicht mit Aufstellungen oder medizinischer Hilfe. Kein an mir an sich bekanntes positives Denken hatte an meinem Zustand irgendetwas geändert. Nach meiner größten Hoffnung in der letzten OP, war das angestrebte Ziel misslungen und ein neues Problem obendrauf gekommen. Nun war jeder Spaziergang noch schmerzhafter als vorher.

Was zum Teufel stimmte nicht mit mir? Wieso bekam ausgerechnet ich immer und immer wieder neue Scheiße serviert? Ich hatte doch längst alles aufgearbeitet, war ein anständiger Mensch, der schon so vielen anderen geholfen hatte.

Warum nur konnte ich mir selbst nicht helfen? Hatte ich irgendetwas übersehen? Wo lag mein Missing Link?

„Ok Tanja, was würdest Du mit Deinen Kunden machen, welche Fragen würdest Du ihnen stellen?“, ging es mir durch den Kopf. Und so notierte und beantwortete ich mir selbst in meiner Notizenapp einen Teil meiner sonst üblichen Fragen, die ich Euch zu dem >> „Arbeitstool Sinnsuche“ zusammentrug.

Dabei stellte ich fest, was ich im Laufe der Jahre häufiger erkannt hatte und trotzdem immer wieder anders abgebogen war. Mir wurde bewusst, dass die meisten meiner gesundheitlichen Themen mit dem sprichwörtlichen Fest- bzw. Abhalten von meinem Weg zu tun hatten. Es schien beinahe, als ob mir mein Körper/das Schicksal mit allen Mitteln zu zeigen versuchte, dass ich auf dem falschen Pfad wanderte.

Sinnfindung ist Fährtensuche

Wenn das also der Grund war, was bitte war dann der richtige Weg?

Ich lieb(t)e doch die Arbeit mit Menschen. Voller Wonne und Dankbarkeit saß ich manchmal in meinem eigenen Coachingraum. Was genau war denn hier noch verkehrt?

Wieder und wieder spulte ich innerlich vor und zurück, ging meine Fragen wiederholt durch und – wurde abgelenkt. Kinder, Facebook, das Übliche.

„Ok, dann frag ich jetzt mal mein Umfeld“, dachte es und schwupps gingen die Fragen an einige mir wichtige Menschen.

Totenstille. Nichts geschah.

„Na bravo, immer wenn du mal wirklich jemanden brauchst!“, fantasiergeierte es in mir. Unser inneres Teufelchen hat ja das beste Talent, solche Momente aufzuheizen.

Bedenke bitte folgendes, falls Du die Fragen auch verschicken möchtest:

  • Es gibt immer irgendjemanden, der gerade ein riesiges anderes Problem und daher keine Zeit oder Nerven für Dich hat.
  • Es gibt immer irgendjemanden, der Deine Nachricht gerade nicht bemerkt.
  • Es gibt immer jemanden, die von Deinen Fragen ernsthaft überfordert ist.
  • Dann gibt es noch jene, die sich einfach eine Weile tot stellen, weil sie auch überfordert sind.
  • Bestimmt gibt es jemanden, der das Ganze auf einen besseren Zeitpunkt vertagt. Von dem Einen hörst Du nie wieder, von dem Anderen tatsächlich ganz unerwartet, wenn Du nicht mehr damit rechnest.
  • Und dann gibt es diejenigen, die Dir echt ein ganz ganz liebes Feedback geben. Allein für diese lohnt sich das Ganze 💖.

Aber auch und insbesondere für den Fall, dass Du ebenso wenig bis gar keine Reaktionen bekommst, lohnt es sich meines Erachtens. Denn in diesem Moment bist Du gespannt wie ne Flitzpiepe und allein das kann Dir unglaublich viel über Dich selbst und Deine wahren Wünsche zeigen.

Rückzug

Bei mir führte der Ansturm an Nichtreaktionen zu einem Wochenende im Flugmodus. Ich schaltete alle Medien ab nach dem Motto:

„Ok, wenn ich partout von außen keine Hilfe bekomme, muss ich’s offensichtlich doch ein wenig tiefer im Innen lösen.“

Das war eine gute Entscheidung 🙂 .Dadurch zwang ich mich selbst zur Ruhe und konnte mich mit meinen Gefühlen hinter den Ergebnissen auf meine Fragen bewusster auseinandersetzen und mich Schritt für Schritt dem „großen Ganzen“ nähern.

Mir wurden Verhaltensweisen und starke Bedürfnisse klar, die ich als viel zu selbstverständlich immer wieder weggedrückt hatte. Außerdem erkannte ich, dass ich einen bestimmten inneren Trieb bereits mehrmals in meinem Leben begonnen und mir immer wieder sowohl von anderen Menschen, als auch von meinem eigenen Verstand hatte ausreden lassen. Denn „was könnten da die Leute denken?“.

Dann war doch noch dieser innere Antrieb, dieses stete Gefühl, für etwas ganz Großes hier zu sein, eine wichtige Aufgabe zu tragen. Mein ganzes Leben schon war es in mir. Doch mancher Partner und spätestens mein eigener Verstand hatten diesen Drang immer wieder im Keime erstickt:

„Ich, wieso sollte ausgerechnet ich …“ Ihr kennt das ja 🙂 .

Interessant in diesem Zusammenhang war auch die Beleuchtung, welche Türen für mich stets offen und welche geschlossen waren. Schon oft hatte ich bestimmte Entscheidungswege rein logisch abgeleitet und hinterher immer wieder festgestellt, dass ich hätte von Anbeginn auf meinen Bauch und die geschlossenen Türen achten sollen.

Ich näherte mich einem echt guten Gefühl. Plötzlich wuchs meine Energie.

Schon seit Jahren vermisste ich den Tatendrang meiner früheren Jahre und wünschte mir eine echte Vision zurück, so wie ich es einst bei Servicesun hatte, nur mangels Glück auf die Erfahrungsnase gefallen war. Oder mangels des richtigen Weges … .

Dem Sinn auf der Spur

Hier schien ich nun definitiv auf dem richtigen zu sein. Bei jedem förderlichen Gedanken sah ich vor meiner Nase irgendein Zeichen vorbei fliegen, meine Kinder schickten mir plötzlich unerwartet und ohne dass wir darüber gesprochen hätten, Phönixbilder und in allen Wohnräumen tauchten Marienkäfer auf, mitten im Januar. Gut, die suchten vermutlich Schutz. Aber abends beim Buchlesen direkt auf mir drauf? Sie spielten zuletzt vor etwa drei Jahren eine Rolle, als mein Seelenpartner wieder in mein Leben getreten war.

Dann waren da noch diese ständig mir zufliegenden Tools – vor allem das Entwicklungsrad und das Vollständigkeitspuzzle wollte ich bereits seit vielen Jahren in die Welt zu setzen. Mir flossen seit Jahren in nahezu allen Lebenslagen, insbesondere beim Joggen Metaphern zu, wie ich anderen Menschen helfen kann. Das geschah selbst damals, als ich mit noch gesunder Hüfte beim Laufen mit Lernaudios unterwegs war und meinen Kopf eigentlich für andere Themen brauchte.

Bekam ich nicht auch schon seit Jahren gesagt, dass ich gut schreiben könne und wirklich etwas zu sagen hätte?

Die Fährte meiner Seele

Auch das fühlte ich längst als meinen Seelenauftrag. Ich hatte definitiv eine Menge zu sagen bzw. schreiben.

Was war mit diesem immer größer werdendem Bedürfnis, eine Stiftung für Menschen in Not außerhalb unserer sozialen Auffangsysteme (den unteren arbeitenden Mittelstand) zu gründen?

Und was mit jener Idee, eine Schnittstelle zwischen all den tollen Lebensberatern und Menschen, die sie bräuchten, sich diese jedoch nicht leisten können, zu schaffen?

Was hatte all das nun wiederum mit dieser esoangehauchten spirituellen Seite gemeinsam? 

Dieser inneren Stimme, die teilweise von ganz weit her unglaublich geile Ideen und Aussagen lieferte, die manchmal nicht so ganz von dieser Welt schienen.

Grübel grübel und studier‘, da war es wieder mein Ratlostier. War ja klar, dass ich in meiner Sinnfindung nicht auf 1 oder 2, sondern eine Vielzahl von Antworten kommen musste. Doch ich spürte, wenn auch noch unlogischermaßen dass ich ganz dicht dran und definitiv richtig unterwegs war.

Plötzlich hatte ich den Impuls, mein altes lilanes Notizbüchlein hervorzuholen, in dem ich vor Jahren diverse Ideen festhielt. Ich blätterte darin und freute mich wie jedes Mal sehr, über noch mehr Tools, die ich noch gar nicht in die Welt getragen hatte. Mein Mann hatte Recht, zusammengenommen existierten von mir bereits mehrere Bücher.

Bücher … Auch dazu gab es darin gesammeltes Gekritzel. Beispielsweise eine Ideensammlung möglicher künftiger Buchtitel. Ich las sie mir wieder durch. An einer Stelle muss ich jedes Mal besonders lächeln. Denn ich ahnte schon lange, dass es einmal eine Bedeutung für mich spielen würde, nur hatte ich nie eine Ahnung welche. „Avaluna, Vernetzung der Welt“, hatte ich vor vielen Jahren notiert. Ohne überhaupt zu wissen woher das kam, was es zu bedeuten hatte und was ich damit anfangen sollte.

Hatte ich nicht auch schon lange das Bedürfnis, spirituelles Wissen auf eine lockere Art zu transportieren, in der sich alle Menschen wohl und Zuhause fühlen konnten?

Puh, das nun alles auf einen Nenner zu bringen, dürfte eine Herausforderung werden. Aber damit ich mich nicht allzu lang in dieser Energie verfangen konnte, wurde ich vermutlich absichtlich als Steinbock geboren, haha 🙂 .

Was nun daraus wurde, wird mittlerweile an anderer Stelle erzählt und gelebt:

Auf nach >> Avaloona.de.

Fazit meiner Sinnfindung

So unscheinbar die Fragen zur Sinnfindung auf den ersten Blick auch sind. Für mich beschäftigten sie eines der wichtigsten Wochenenden der vergangenen Jahre.

Ich kann absolut noch nicht sagen, ob sich dies an meiner Gesundheit zeigen wird. Mein aktueller Körper ist das Resultat der vergangenen Jahre. Ich weiß auch gar nicht, ob meine dort gefasste Vision und Mission zu dem führt, was ich darin sehe. Aber das spielt überhaupt keine Rolle.

Denn was ich nun definitiv sagen kann, ist, dass ich wichtige Teile in mir, endlich (wieder) geboren habe.

Sich bestimmter innerer Züge und Bedürfnisse bewusst zu sein, bedeutet leider noch lange nicht, dass wir ihnen ausreichend LEBENSRAUM geben. Genau diesen braucht es aber manchmal.

Und bei vielseitigen Menschen wie ich einer bin, dürfen es ebenso mehrere nebeneinander sein, um glücklich zu sein. Es kommt dabei nicht darauf an, was andere Menschen von uns und unseren Herzensprojekten halten. Sondern darauf, dass wir leben wofür wir hergekommen sind.

Der Rest ist doch ernst genug. Wieso also nicht selbst für ein Stückchen mehr Wohlbefinden sorgen? Oder hast Du schon einmal glücklich Menschen hassen sehen? DAS ist das, was unsere Welt braucht.

Also bitte, mehr von Dir 💖.

Von Herzen, Tanja

PS: Berichte gern in den Kommentaren von Deinen Erkenntnissen und Prozessen, wenn Du magst. Es gibt immer auch Mitleser*innen, die davon profitieren, viele Beispiele zu lesen.

Hier geht es noch einmal zum >> Arbeitstool Sinnsuche.

 

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Tanja Schillmaier

Dein Coach im Chiemgau, Muse & Autorin bei Chiemgaucoach, Chiemgauberater & Avaloona
Zu mir kommen vorrangig "Familien am Abgrund", (selbständige) Einzelkämpfer*innen und Außenseiter. Wer nicht mehr weiter weiß, sein Leben, innere und äußere Konflikte verstehen und lösen oder aber sich selbst, seine Persönlichkeit sowie Prozesse und Ideen reflektieren möchte. Als Wirtschaftsfachwirtin, Personal & Business Coach, Unternehmerin und Mutter von 3 Kindern, habe ich so ziemlich alles mitgenommen, wofür andere Trilogien schreiben: Businessplanwettbewerbe - Netzwerkaufbau - Gewerbeverbandsvorsitze - Schreikinder inkl. ADHS - Scheidung - Minijob>Teilzeit>Vollzeit zum Hauserhalt nach Trennung - komplizierte Seelengefährtenliebe von Depression bis Hochzeit sowie die Zweifelphasen meiner spirituellen Entwicklung. Besonders liebe ich die Arbeit mit sich nicht verstanden fühlenden Menschen in schwierigen Situationen. Ich helfe dabei, die eigene Position zu finden und zu stärken, Konflikte und Herausforderungen besser zu verstehen, Klarheit zu gewinnen und eine seelenverbundene Zukunftsvision zu leben. Schreib' mir gern Deine Terminwünsche für meine häusliche Praxis in Traunwalchen. Falls Du weiter weg wohnst oder Corona uns wieder Planstriche durch die Rechnung macht, dann gern via Telefon, Skype oder Zoom.

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