Die Coachingpreislüge

Sind sie Dir schon aufgefallen, die vielen hochpreisigen Angebote neuerdings?

Man* könnte glatt den Eindruck gewinnen, Coaching sei plötzlich das Beschäftigungshighlight der Freizeitbranche geworden, so dass sich immer mehr Anbieter dazu entscheiden, sich „nur noch angemessen“ bezahlen zu lassen. Völlig ausklammernd, was eine solche Aussage für die meisten Menschen unseres Landes hinsichtlich ihrer eigenen Löhne bedeutet, impliziert diese Tendenz den Eindruck einer hohen Nachfrage.

Da dieses Thema bei meinen selbständigen Kunden am häufigsten im Mittelpunkt steht, möchte ich gegenüber Interessierten für ein wenig Klarheit sorgen und zur Untermauerung eine sehr ergiebige Quelle aus dem empfehlenswerten Hause „Rauen“ verlinken:

Analyse des Coachingmarktes

Zur Rauen-Coaching Marktanalyse 2020

Diese Analyse klammert in ihren Zahlen zwar den therapeutischen und spirituellen Sektor aus, ist aber meines Erachtens für das Thema Coachingpreislüge trotzdem sehr aufschlussreich. Sie zeigt, dass Coaching vorrangig von Unternehmen bezahlt wird (ca. 60%) und Coaches überhaupt weitgehend im Business Coaching gebucht werden. Sie zeigt auch, dass Coaches in der Regel nur zu einem Drittel in ihrer Funktion als Coaches arbeiten und als solche bis zu 22 Fälle pro Jahr mit bis zu 11 Stunden je Kunde angaben. In der Coaching Marktanalyse kam als durchschnittlicher Stundensatz 177,- € netto heraus (ich runde der Übersichtlichkeit halber alle Detailzahlen auf volle Euros sowie Stunden auf und ab). Mein Coachingverband gibt als durchschnittlichen Stundensatz sogar 250,- € netto an.
Dies mal nur am Rande zu Euren Sorgen, ob Euer Stundensatz besser unter oder über 100,- € sein darf 😉 !

Hier möchte ich aber auf einen anderen und sogar gegenteiligen Aspekt eingehen (4 Ansätze, wie Du Deinen persönlichen Coachingstundensatz definieren kannst, folgen weiter unten).

Wenn die ermittelten 22 Fälle pro Jahr durchschnittlich 11 Stunden buchen, sind das folglich 242 Coachingstunden im Jahr. Auf den Monat runtergebrochen 20 Stunden. Die klingen á 177,- € mit insgesamt 3.540 € auf den ersten Blick nicht schlecht. Und ich möchte dringend betonen, dass wir hier völlig ausklammern, dass die breite Anbietermehrheit NICHT auf diese Werte kommt und sich der Coachingmarkt meiner Meinung nach weitgehend selbst verarscht. Aber dazu gleich mehr.

Für angenommene 5 Arbeitstage die Woche wäre das ja praktisch. Genau einen Klienten pro Tag. Recht viel mehr haben und vertragen die meisten Anbieter eh nicht. Warum erschließt sich im Laufe des Textes.

Sich selbst zu versichern (Krankenkasse, ALG, Rente, Versicherungen) ist mit einem 1.000er schon einmal gar nicht zu knapp bemessen, denn von eigenen anderen Kosten und Reserven sprechen wir an dieser Stelle noch gar nicht. Würden besagte Verdiener nun tatsächlich in diesem Niveau arbeiten, würden sie nicht mehr wie so viele als Kleinunternehmer gelten und neben einer Einkommens- auch Gewerbesteuer zahlen dürfen. Doch ich nehme vereinfachenderweise nun einmal nur 50% als Steuerrücklage an. So blieben auf dem Konto fürs Leben nur noch 1.270 €.

Für die vielen Mamis, deren Partner das eigentliche Auskommen sichern, absolut ein schönes Zuckerl. Um jedoch eigenständig ihre Familie zu ernähren oder gar externe Räumlichkeiten zu finanzieren, absolut nicht möglich (klar verändern sich dann die Steuerbedingungen beträchtlich, aber nur mal so als Grundgefühl).

Schnell beginnt man in (s)einer Notlage dann, die mögliche Maximalquote pro Tag hochzurechnen und entscheidet sich für 3-5 Buchungen, sagen wir also mal 4. Mit 4 Buchungen am Tag und 5 Tagen die Woche ergäben sich ultrasympathische 14.160 € im Monat. Genial, cool, endlich im Traumjob angekommen und angemessen gewürdigt!

Leider nur absolut unrealistisch im Markt.

Der reale Markt

Wohlgemerkt noch gar nicht vom Hochpreisniveau gesprochen.

Denn mal ganz ganz ehrlich:

Welcher Mensch bezahlt denn tatsächlich richtig echtes selbst verdientes Geld für Persönlichkeitsentwicklung?

In vielen Marktzahlen stecken häufig Weiterbildungsumsätze ebenso mit drinnen. Und die meisten von uns kennen selbst zahlreiche Kollegen, die direkt nach ihrer eigenen Ausbildung zu Fortbildern wurden ohne den „Umweg“ echter Erfahrungen mitzunehmen. In Weiterbildung wird viel investiert, nämlich innerhalb der Kollegen, weil sie stets das Gefühl haben, es sei noch immer nicht genug (merkst was?).

Aber ich spreche ja von Coaching und artverwandten Lebenshilfen.

Wie viele Menschen in Deinem persönlichen Umfeld finanzieren sich Coachings?

In meinem engeren Bekanntenkreis stecken zwei Frauen seit mehreren Jahren in krankenkassenfinanzierten Therapieschleifen. Beide könnten sich Coaching leisten, keine von ihnen nutzt es. Im Gegenteil, schon mehrmals bekam ich von verschiedenen Menschen Antworten wie „Warum hat mir das mein Therapeut in all den Jahren nicht beigebracht, was ich von dir nebenbei erfahre?“

Dass die Menschen Hilfebedarf haben, meiner Meinung nach sogar viel dringenderen als weithin akzeptiert, ist das Eine. Doch dass es hierzulande schlichtweg noch nicht üblich ist, sich selbst zu finanzierende Hilfe zu holen, das Andere. Die Warteschleifen therapeutischer Angebote explodieren, doch gleichzeitig wird ein breites und qualitativ mittlerweile sehr gutes Feld alternativer Hilfsformen nahezu ignoriert. Wer ein richtig schwerwiegendes Problem hat, sucht sich vielleicht noch einen Heilpraktiker. Das war’s aber auch. Und selbst hier tun „Spahn und Konsorten“ so als wären sie eine furchtbar gefährliche schreckliche Zunft, die man schnell abschaffen müsse (ein Hoch auf die Lobbyistenmaffia).

Eigene Gewohnheiten reflektieren

Und ganz ehrlich: Wie oft gönnst DU Dir Hilfe coachender Art?

Wann hast Du die letzte Supervision gebucht?

Ich bin schon viel zu lange in Bayern, als dass ich die Üblichkeiten anderer Regionen ehrlich einschätzen könnte. Aber zumindest kann ich von den Bayern behaupten, dass sie ein wohlverdienendes Völkchen mit einem echten Hang zum Genießertum haben, gern gutes Geld für hochwertige Dinge bezahlen. Coaching gehört bisher trotzdem nicht dazu.

Eher noch werden „Selfcoaching“-Apps heruntergeladen oder in der Kirche gebeichtet als dazu entschieden, sich einen echten Coach zu gönnen. Selbsthilfe hat in unserer Gesellschaft leider noch einen höheren Rang als real erkaufte Unterstützung.

Wenn ich mir einige der Social Media Posts so ansehe, könnte ich dagegen dauerkotzen. Da sprechen Leute von Coaching, die nicht einmal wissen, wie sich die Begriffe tatsächlich von Beratung, Therapie und Training unterscheiden und tun so, als wenn sie vor lauter Arbeit gar keine Zeit für ihre 13 perfekt ausgeleuchteten Weisheiten pro Tag hätten.

Social Media ist die Schlampe des 21. Jahrhunderts!

Coaching MUSS etabliert werden

Ich plädiere dafür, dass WIR ALLE, die wir uns Anbieter nennen, völlig schnurz in welcher Spezialisierung genau, endlich deutlicher bekennen, vorleben, informieren und selbst buchen.

Es darf keine Schande mehr sein, sich Hilfe zu gönnen! Unsere gesamte Gesellschaft hängt davon ab, wie wir uns alle persönlich weiter entwickeln. Wir sind weitgehend entsetzt und geübt im Fluchen, was anderswo für Falschheiten geschehen. Doch die wenigsten Menschen und traurigerweise nicht einmal Coachs und Therapeuten nutzen selbst Reflexionsangebote, um sich zu entwickeln und ihren bedeutsamen Wert in ihren Aktionsradien bewusst zu machen.

Wir haben das Zeug und den Auftrag, in anderen Menschen Licht zu zünden und verstecken uns im Keller oder leuchten mit falschen Schablonen, die weder uns selbst noch unseren Kunden gerecht werden.

„Hochpreisstrategie!“ Verdammte Scheiße!

Bis auf die Wenigen, denen diese eine Zielgruppe wirklich maßgeschneidert passt, bitte gleicht doch Eure Wohnbehausungen mal mit Euren Preisen ab, anstelle jener Eurer Fake-Fotohintergründe!

Und all dieses Friede-Freude-Eierkuchen-Geschwafel. Ganz ehrlich, wer kann denn das noch hören? Das Leben ist bunt, nicht rosa! Von meinem Pink mal abgesehen 😆 .

Nehmt jenen Preis, der Euch angemessen ist (Anregungen dafür folgen gleich). Aber bitte bitte keinesfalls mehr als Ihr selbst zu zahlen bereit seid. Gönnt Euch selbst Entwicklung, lebt es vor. Wie können wir von der breiten Bevölkerung eine Bereitschaft sich Hilfe zu leisten, erwarten, wenn wir es selbst nicht tun?

Was wäre wenn …

Was wäre wenn die Welt es als normal finden würde, sich selbst zu reflektieren und Probleme mithilfe anderer Menschen lösen würde?

Ich behaupte: FRIEDEN!

Denn jeder Mensch, der glücklich und zufrieden das Leben erfüllt, das seinen innigsten Herzenswünschen entspricht, hat keinerlei Grund mehr andere Menschen zu hassen. Das ist meiner Meinung nach die einzig akzeptable Entwicklungsrichtung für die Menschheit. Begonnen bei jedem von uns selbst.

4 Anregungen für Deinen Coachingpreis:

Hier zeige ich Dir ein paar verschiedene Herangehensweisen, um Deinen Coachingstundensatz zu ermitteln bzw. wie Du herangehen kannst, wenn Du Dich mit Deinem aktuellen nicht wohl fühlst.

Wenn Du mit dem was Du berechnest, glücklich und zufrieden bist, brauchst Du Dir keinen der hier angebotenen Schuhe anzuziehen 😉 .

1. Coachingpreis nach Marktvergleich und Typusangleichung

Ein gängiger Weg ist das Betrachten des Marktes. Dies entweder über die öffentlichen Durchschnittswerte oder aber – und diese machen immer Sinn zu kennen – die Preise der anderen Anbieter in Deiner Region. Nun kannst Du sie alle betrachten und einen Mittelwert bestimmen oder aber explizit sagen:

  1. ich bin auf jeden Fall einen höheren Preis wert
  2. ich möchte keinesfalls als Teuerste wahrgenommen werden

Wie auch immer Du Dich entscheidest, wirst Du IN JEDEM FALL dafür bewertet und von einigen als therapeutisch unausgereift verunglimpft. Denn wenn Du Dich niedrig einordnest, wirst Du Dinge hören oder hinter Deinem Rücken erzählt á la:

  • Du bist es Dir eben nicht wert, vermutlich fehlt es Dir noch an Selbstbewusstsein
  • Du zerstörst die Marktpreise
  • „Wer so billig ist, kann ja nur schwarz arbeiten“
  • „Wer sich selbst nichts wert ist, der is auch nichts Gscheites“

Wenn Du Dich über alle regional existierenden Preise stellst, grübeln auch alle:

  • „Was bildet die/der sich denn ein?“
  • Wucher ist die neue Norm
  • „Hält sich für was Besseres“
  • „Will dann wohl mit mir eh nichts zu tun haben“

Es gibt kein richtig und falsch, sondern nur ein passend oder unpassend. Und zwar nicht anhand einer Gesellschaftserwartungsnorm. Denn wie Du siehst, kannst Du da dann sowieso nur verlieren und wirst Dich dauerverletzt und fehlinterpretiert fühlen.

Marktpreisfindungsfragen

Falls Du Dich am Marktpreis orientieren und entsprechend ausrichten möchtest, stelle Dir folgende Fragen:

  • In welcher Einkommensschicht fühle ich mich persönlich und privat am Wohlsten?
  • Wie zeige und kleide ich mich?
  • Wie ordnet man mich aufgrund meines „So-Seins“ denn eigentlich ein?
  • Welche Summen bin ich selbst auszugeben bereit?
  • Mit welchen Menschen LIEBE ich es zu arbeiten?

Wenn Du anhand dieser Fragen eine klare Gesamterkenntnis findest, dann hast Du auch Deine Preisstrategie. Nicht weil sie jemand angemessen findet, sondern weil DU DAS BIST.

Ich habe beispielsweise viele Jahre lange den Fehler gemacht, dass ich immer wieder den Stundensatz einer ehemaligen Geschäftsbekannten aus dem Werbesektor im Kopf hatte, unter deren Niveau mein Stolz keinesfalls liegen wollte. Das war weder marktbezogen, noch in irgendeiner anderen Weise zielführend, denn vor allem trug allein dadurch jede meiner Entscheidungen eine negative Grundenergie. Hier ein paar andere Beispiele:

Ich habe eine Kundin, die jahrelangen Jetset gewohnt ist und sich schrecklich fühlte, als sie coronabedingt viele Aufträge „unter ihrem Niveau“ annahm. Sie wollte so schnell wie möglich wieder in ihre Glämmerwelt zurück und muss folglich hohe Preise verlangen, um sich dieses Leben leisten zu können. Eine andere fühlte sich erst wieder strahlend glücklich, als sie ihre Preise senkte, weil sie sich viele Jahre den Selbstwertmist zu Herzen nahm und Preise einsetzte, die sie sich selbst nicht abkaufte. Wieder eine andere traut sich seit Jahren nicht, den Preis zu berechnen, den man ihr aufgrund ihres Erscheinungswesens viel eher abnehmen würde als ihren gültigen.

Abgesehen von der Tatsache, dass Coaching meist von Betrieben gebucht wird und hier oft klare Vorgaben gelten, ist es im privaten Lebenshilfesektor völlig undefiniert und intransparent. Daher meine Orientierung an gültigen Coachingsätzen, um Dir Anhaltswerte zu geben.

2. Coachingpreis betriebswirtschaftlich berechnen

Dieses ist das korrekteste und rechnerisch sowie planerisch sinnvollste. Denn erstens entziehst Du Dich der anstrengenden Konkurrenzvergleiche und berechnest zweitens das was Du brauchst, um Dein Leben anständig und in Deinem Erwartungsrahmen zu meistern.

Google‘ mal bei der IHK nach Businessplänen. Ob Du ihn nun vollständig ausfüllst oder nicht (aus vielen Gründen ratsam), findest Du dort vielfältige Berechnungsvorlagen für Excel.

Ausgabenbetrachtung

Wie viele

  • private und geschäftliche Kosten
  • nebst Ernährung,
  • Versicherungen,
  • Steuern!!,
  • Hobby,
  • Unterhalt/ungen,
  • Rücklagen für magere Fremdbestimmungen,
  • Altersabsicherung
  • und allem was Dein Kontoauszug des vergangenen Jahres sonst noch hergibt,

ergeben sich in ihrer erhellenden Addition?

Einnahmenplanung

Welche Einnahmen genießt Du monatlich, Im Idealfall hast Du verschiedene Einkommensquellen. Vielleicht aber auch nicht. Abhängig von Deiner Antwort wird die nächste Frage zu entsprechend unterschiedlichen Notwendigkeiten führen. Denn entweder Du berechnest:

  • wie viele Stunden Du arbeiten möchtest
  • oder wie viele Stunden Du arbeiten musst

Und je nachdem, nach welchen Kriterien Du Deine Entscheidung für Deinen richtigen Stundensatz triffst, teilst Du nun Deine monatlich erforderliche Summe, die Du bei der Ausgabenbetrachtung ermittelt hast, durch die Anzahl dieser eben definierten Stunden.

Hier machen optimistische Charaktere gern den Fehler, zu schön zu rechnen. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Du Dich mit einer klassischen 40-Stundenwoche vergleichen kannst.

Denn Du hast je nach Priorisierungen und persönlichen Abgrenzungsfähigkeiten:

  • Vor- und Nachbereitungszeiten sowie Atempausen
    (intensive Sitzungen, insbesondere jene mit Hypnose, Energiearbeit oder Systemischen Aufstellungssettings fordern ein intensives Konzentrationsniveau und machen es schier unmöglich, dass sich die Kunden die Klinke in die Hand geben wie es bei Werkstätten, Friseuren oder Fußpflegern der Fall ist. Solche Termine lassen sich nicht auf exakte Stundeneinheiten pressen und bedürfen im Nachgang Dokumentationen, manchmal Videoschnitte und Zeit für Deinen Geist, um Dich wieder frei zu machen)
  • kostenlose Schnuppergesrpäche, damit Dich Fremde leichter einschätzen können
  • Zeit für Webseiten-, Presse- und Social Media-Marketingpflege,
  • Terminabstimmungen ohne Arzthelferinnen,
  • Zwischenfragen und -berichte per Whatsapp
  • selbständigen Ämterkram
  • Netzwerkteilnahmen
  • Akquise und Pitches um in die Coaching- und Trainerpools der Unternehmen zu kommen
  • Du bist ab und an mit Gesundheitsoptimierung befasst
  • und hast auch mit dem glücklichsten Traumjob der Welt ein Anrecht auf Urlaub 😉

Dies ist leider das große Dilemma unseres Jobs. Außenstehende wissen von all dem nichts. Kürzlich durfte ich mir von unserem Gärtner einen blöden Spruch anhören, dass sein Stundensatz nicht an meine Utopien herankommt. Und das ist auch insgesamt das Problem einer „normalsterblichen Zielgruppe“. Die Meisten fallen schon bei Stundensätzen über 70,- € um. Wer sich hier tatsächlich im empfohlenen Rahmen von 250,- € bewegt, gilt als nicht mehr von dieser Welt.

Und noch einmal daran erinnert: Dieser empfohlene Rahmen des Coachingverbandes oder der ermittelte Umfragewert von Rauen bei 177,- €, zählen noch nicht einmal als Hochpreisniveau, sondern als Mittelwert für erfahrene Coaches!

Wie geht es Dir, wenn Dir jemand eine Rechnung stellt?

Wie oft buchst Du selbst Dienstleistungen in Deinem ermittelten oder angestrebten Preisniveau?

Auch wenn Du Deinen Stundensatz betriebswirtschaftlich angehst, solltest Du Dir Dein Ergebnis mit diesen Fragen abgleichen, um auf einen rechnerisch und persönlich stimmigen Wert zu kommen.

3. Coachingpreis intuitiv bis spirituell entscheiden

Einige Leser*innen sind sehr spirituell ausgerichtet. Diese haben meist Freude daran, eine Zahl zu finden, die ihnen aufgrund einer persönlichen Gegebenheit etwas bedeutet und/oder ihren eigenen Zahlen nach der Numerologie oder nach astrologischen Empfehlungen ausgerichtet ist.

Solltest Du zwischen verschiedenen Werten schwanken, empfehle ich Dir zunächst nach den obigen Vorgehensweisen Zahlen zu ermitteln, die sowohl betriebswirtschaftlich als auch persönlich passen und dann im Detail eine Auf- oder Abrundung vorzunehmen, die eben auch auf spirituelle Weise zu Dir passt.

Manche gehen auch einfach mit diesem Vorhaben in den Alltag zurück und vertrauen darauf, dass sich ihnen die richtige Antwort zeigen wird.

Sollten am Ende noch immer mehrere Optionen übrig bleiben, schreibe sie verdeckt auf verschiedene Zettel und stelle Dich mit geschlossenen Augen darauf. So kannst Du Dich einfühlen. Wo stehst Du stabiler, wo schwankst Du, was bemerkst Du sonst im Körper, im Umfeld oder innerhalb Deiner Gedanken?

4. Coachingpreis nach Kundenwahl entscheiden

Diese Variante ziehe ich ab sofort vor. Einfach weil ich es satt bin, mich nach Regeln aufzustellen, die allesamt entweder nicht zu mir oder eben nicht zu meinen Lieblingskunden passen.

Ich möchte Spaß an meiner Arbeit haben und mit jenen Menschen zu tun haben, deren Herz ich ebenso berühren kann, wie sie meins. Wenn ich betriebswirtschaftlich kalkuliere wie ich das Niveau unserer Luxusvilla umlege und möglichst alle Fortbildungen der letzten 20 Jahre sowie meines Erfahrungswertes einbeziehe, würde ich bei Stundensätzen im Hochpreisniveau landen, mit denen ich zwar schön angeben, aber letztendlich die falschen Menschen anziehen würde.

Meine Herzenskunden sind nun mal die Einzelkämpfer, Außenseiter und Familien am Abgrund. Für sie bin ich hier die Welt zu verändern. Und wer weiß, vielleicht findet sich eines Tages ein erfolgreicher Unternehmer, der ebenso von einer eiskalten sich für ihn und seine Herausforderungen nicht interessierenden Gesellschaft ganz unten startete und daher das Geld spendet, damit ich meine ➡ „Stiftung zweite Chance“ gründen kann. Denn ganz tief im Herzen finde ich sogar, dass Persönlichkeitsentwicklung und Glückshilfe Staatsverantwortung sein sollten!
Was auch immer Dein Coachingreis sein wird, bitte denke daran: Es gibt kein Richtig oder Falsch und schon erst recht kein „zu hoch“ oder „zu niedrig“, sondern eben nur ein „DEIN“.

Von Herzen, Dein Coach, Tanja – manchmal ganz ohne Handlungsaufforderung, manchmal traurig, manchmal wütend. Einfach Mensch halt.

*Gehörst Du noch zu jenen Coaches, die das Wörtchen „man“ verurteilen? Bitte gerne. Du wirst für diese Haltung Deine Gründe haben. Ich für mich habe mich entschieden, mir seine manchmal alltagssprachlich nützliche Gewohnheit wieder zu erlauben. Denn vollkommen ohne fand ich es sehr anstrengend :mrgreen: .

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Tanja Schillmaier

Dein Coach im Chiemgau, Muse & Autorin bei Chiemgaucoach, Chiemgauberater & Avaloona
Zu mir kommen vorrangig "Familien am Abgrund", (selbständige) Einzelkämpfer*innen und Außenseiter. Wer nicht mehr weiter weiß, sein Leben, innere und äußere Konflikte verstehen und lösen oder aber sich selbst, seine Persönlichkeit sowie Prozesse und Ideen reflektieren möchte. Als Wirtschaftsfachwirtin, Personal & Business Coach, Unternehmerin und Mutter von 3 Kindern, habe ich so ziemlich alles mitgenommen, wofür andere Trilogien schreiben: Businessplanwettbewerbe - Netzwerkaufbau - Gewerbeverbandsvorsitze - Schreikinder inkl. ADHS - Scheidung - Minijob>Teilzeit>Vollzeit zum Hauserhalt nach Trennung - komplizierte Seelengefährtenliebe von Depression bis Hochzeit sowie die Zweifelphasen meiner spirituellen Entwicklung. Besonders liebe ich die Arbeit mit sich nicht verstanden fühlenden Menschen in schwierigen Situationen. Ich helfe dabei, die eigene Position zu finden und zu stärken, Konflikte und Herausforderungen besser zu verstehen, Klarheit zu gewinnen und eine seelenverbundene Zukunftsvision zu leben. Schreib' mir gern Deine Terminwünsche für meine häusliche Praxis in Traunwalchen. Falls Du weiter weg wohnst oder Corona uns wieder Planstriche durch die Rechnung macht, dann gern via Telefon, Skype oder Zoom.

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